Heimat zwischen Verlust, Suche und Ankunft

30.08.2018

Zum 21. Mal wurde am 26.8.18 auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Friedrichsbrunn in Friedrichsbrunn ein Tag zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer und seiner Familie begangen, die hier ein Ferienhaus unterhalten hat.

Heute ist im „Bonhoeffer-Haus“ ein Café und eine sehenswerte interaktive Ausstellung zur Familie Bonhoeffer untergebracht.

Der 21. Bonhoeffertag nahm sich eines Themas an, das aus der Sicht auch eingeladener Referenten das Potential in sich trägt, die Medien bis auf weiteres noch zu beschäftigen.

Mit dem Thema:
„Heimat zwischen Verlust, Suche und Ankunft – Heimat und Fremde im Leben der Bonhoeffers und in den Erfahrungen einheimischer und geflüchteter Menschen in Deutschland“ geht es um den Diskurs zu dem schillernden Begriff „Heimat“.

Der Tradition gemäß beginnt der Bonhoeffertag mit einem Gottesdienst im Garten des Bonhoeffer-Hauses. Den Gottesdienst hielten Frau Pfarrerin Ruth Ziemer (Schulpfarrerin im Evangelischen Kirchenkreis Halberstadt) – Predigt und Pfarrer Ulrich Lörzer (zuständiger Pfarrer für den Pfarrsprengel Thale) – Liturgie. Der hiermit verbundene inhaltliche Impuls zu unserer Glaubensheimat in Gott, die uns „Heimat“ nicht nur als einen Sehnsuchtsort von der Vergangenheit her, sondern auch als etwas Zukünftiges denken lässt, wurde nach einem Mittagsimbiss kreativ weitergeführt mit einem Austausch von Heimaterfahrungen.

Anschließend gab es wieder einen Vortrag zum Thema, bezogen auf Dietrich Bonhoeffer. Propst Dr. Ulrich Lincoln (Wolfsburg) referierte über „Heimat und Exil bei Dietrich Bonhoeffer“.

In einem folgenden von Pfarrer Christoph Carstens (Quedlinburg – Vorsitzender des Vereins „Bonhoeffer-Haus Friedrichsbrunn“ e.V.) moderierten Podiumsgespräch wurde die notwendige Differenzierung zwischen dem persönlichen, von der Erinnerung und vom Gefühl her getriebenen Verständnis von „Heimat“ und dem Verständnis von „Heimat“ als einem politischen Begriff deutlich, der schnell auch ausgrenzend gebraucht werden kann und wird.

Auf dem Podium:
- Propst Dr. Ulrich Lincoln
- Renate Zöller, Journalistin und Autorin des Buches „Heimat – Annäherung an ein Gefühl“
(Hürth bei Köln)
- Daniel Ziemer, Mitarbeiter der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“
(am Deutschen Historischen Museum in Berlin)

Bei Kaffee und Kuchen im Garten des Bonhoeffer-Hauses fand eine Veranstaltung ihr Ende, die vielen Anwesenden mit ihren interessanten und anregenden Gedanken noch weiter nachgehen wird.

Hier stellte sich zudem für alle überraschend und themenbezogen die Kostümgruppe des Ortes Friedrichsbrunn mit historischen Kostümen vor – ein Zeichen dafür, dass der Bonhoeffertag bisher im Ort immer auch über die kirchlichen Grenzen hinaus wahrgenommen wurde.

Zu danken ist auch Frau Gabriela Zehnpfund (Inhaberin des Bonhoeffer-Cafés), die sich um das leibliche Wohl aller Gäste gesorgt hat.


Pfarrer Ulrich Lörzer 30. August 2018



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Fotos: Hartmut Bick

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