Verabschiedung Evelyne Dege

14. Jan 2019

"Von Gott will ich nicht lassen" Verabschiedung Pastorin Evelyne Dege am 12. Januar 2019 in Ströbeck

Der Lebensweg von Pastorin Evelyne Dege verlief nicht immer geradlinig, es gab Umwege und Sackgassen. Im Oderbruch mit drei Geschwistern aufgewachsen studierte sie Theologie in Halle, heiratete und wurde Mutter dreier Söhne. In der DDR-Zeit eckte sie mit dem System an, so dass die Familie beschloss auszuwandern. Mit dem Umzug in die BRD verlor sie die Ordinationsrechte. Dort war sie erst arbeitslos, dann Putzfrau, erlernte schließlich den Beruf einer Altenpflegerin in dem sie elf Jahre lang arbeitete. Doch sie wollte zurück auf die Kanzel, aber erst nach 19 Jahren und einer gescheiterten Ehe gelang es der kleinen (nur körperlich!) Frau ihr Ziel zu verwirklichen. 2003 begann sie ihren Dienst im Pfarrbereich Ströbeck, dazu gehören Aspenstedt, Athenstedt, Danstedt und Sargstedt.
Nach 15 Dienstjahren wurde sie am 12. Januar in einem schönen Festgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Bläser/innen aus Halberstadt und Wegeleben und Gäste musizierten flott und harmonisch, virtuos an der Orgel KMD Claus-Erhard Heinrich, stimmgewaltig die Kantorei aus Halberstadt. Das rührte nicht nur die musikbegeisterte Pastorin, sondern auch die vielen Gäste in der Ströbecker Kirche: Familie, Ortsbürgermeister, Kolleginnen und Kollegen und vor allem natürlich die vielen Gemeindeglieder, die gekommen waren.
In den Mittelpunkt ihrer Predigt stellte Evelyne Dege den Choral „Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir.“ Sie warb dafür, sich zu Gott zu halten, Gutes nicht zu vergessen, Erinnerungsinseln zu bewahren und führte aus: Es gibt Menschen, die gottlos werden wollen, aber niemand kann Gott wirklich loswerden.
Eingangs hatte sich der Gemeindekirchenrat für den treuen Dienst der engagierten Pastorin bedankt, für viele kleine und große Gottesdienste, Besuche, Fahrten, Bauten und Feste.
Pastorin Hannah Becker (Cecilienstift Halberstadt) und Gemeindepädagoge Sebastian Beutel als stellvertretender Superintendent entpflichteten Evelyne Dege von allen Aufgaben und wünschten ihr einen frohgemuten Abschied, wohl wissend, dass die sich nun trennenden Wege bei den Gemeinden Wehmut auslösen; unter anderem weil noch nicht ganz klar ist, wie es nun weitergeht – aber es wird weitergehen, auch mit Hilfe des Kirchenkreises.
Evelyne Dege wird weiterhin musizieren, sich im Theaterförderverein und der Frauenarbeit engagieren, besonders der Weltgebetstag liegt ihr am Herzen und sie wird anderen helfen, ihn gut vorzubereiten.
Jetzt ist vorrangig der Dank für alles miteinander Gestaltete und für die Zukunft die Gewissheit aus dem Psalm 73: „Dennoch bleibe ich stets bei dir.“
Ursula Meckel



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Fotos: Ursula Meckel