DER HIMMEL IST OFFEN

26. Dez 2013

Ökumenische Mette zum Tag des Heiligen Stephanus

DER HIMMEL IST OFFEN - Ökumenische Mette zum Tag des Heiligen Stephanus

Etwa 80 Menschen sind der Einladung zu dieser Feier gefolgt, darunter auch einige Kinder.
In der Winterkirche des Domes wurden wir begrüßt von Pfarrer Dr. Göhler und Kantor Dr. Kaiser aus Leipzig.

Mit dem Beamer wurde das Bild von der Doppelfigur aus dem Domschatz gezeigt, auf der einen Seite ist Maria mit dem Jesuskind zu sehen, von einem Strahlenkranz umgeben, auf der anderen Seite ist Stephanus abgebildet mit 3 Steinen in der Hand, als Zeichen für die Art seines Todes.
Als Eingang ertönte ein Wechselgesang zwischen Kantor und Chor:
"Herr, tue meine Lippen auf - dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Eile, Gott, mich zu erretten! - Herr, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne - und dem Heiligen Geiste. Amen."

Die Gemeinde sang mit Orgelbegleitung durch Kantor Heinrich das Lied "Brich an, du schönes Morgenlicht" und nach einem Gebet "Vom Himmel hoch, da komm ich her", bei dem letzten Vers leitete Kantor Dr. Kaiser eine Liedmeditation an. Das Lied "Hört der Engel helle Lieder" schloss sich an und der Refrain "Gloria in exelsis Deo" begegnete uns während des gesungenen Psalms 96 und nach jeder Verkündigung wieder.

"Der Himmel ist offen"- Christus kam Weihnachten vom Himmel, die Engel
verkündigten bei geöffnetem Himmel und lobten Gott, Stephanus sagt: "Ich sehe den Himmel offen..."

Nun folgten wir dem Kerzenträger und den Menschen, die drei symbolische Steine trugen aus der Winterkirche hinaus zum Westportal des Domes und sangen dabei das Lied: "Wir ziehen vor die Tore der Stadt. Der Herr ist nicht mehr fern. Singt laut, wer eine Stimme hat! Erhebt die Blicke, wer schwach und matt! Wir ziehen vor die Tore der Stadt und grüßen unsern Herrn" bis wir vor der Statue des Heiligen Stephanus im nördlichen Seitenschiff des Domes standen. Stephanus, der Diakon, der sich um die gerechte Verteilung des Essens unter die Witwen der Gemeinde kümmerte und erfüllt vom Heiligen Geist die Botschaft von Christus weitersagte.

Die Gemeinde antwortete auf den vorgetragenen Text mit dem Gloria und wir zogen singend zum Lettner. An einem Pfeiler ist Stephanus abgebildet mit Steinen und Palmenzweig.Auch dort antwortete die Gemeinde auf den Text, der den Unfrieden thematisierte, die Auseinandersetzung der Gelehrten mit der Erfahrung des Stephanus, der den Himmel offen sieht und Jesus zur Rechten Gottes, mit dem Gloria.

Singend ging es weiter zum Stephanusfenster im Umgang des Hohen Chores. Die dritte Scheibe im linken Strang zeigt die Steinigungsszene, in der Stephanus knieend um Vergebung für die Peiniger bittet.
Der Prozess gegen Stephanus.Was stört, wird vernichtet. - So auch an der letzten Station, dem Gemälde an der Tür zum Hohen Chor. Das Gloria zu singen fiel uns da nicht leicht.

Wir versammelten uns im Hohen Chor zum Fürbittgebet mit dem gesungenen Kyrie. An einer Pinwand konnte jeder einen Zettel befestigen mit Gedanken, wie und wem er Zeit schenken könnte, das nehmen wir mit in die kommende Zeit. "An andere denken. Liebevoll. Fülle von himmlischen Brot. Auch täglich beschenken. Liebevoll. Teile, beende die Not! Kyrie eleison."
Nach dem Segen sangen wir auch die beiden anderen Strophen vom
Prozessionslied: "Er ist entschlossen, Wege zu gehen, die keiner sich getraut. Er wird zu den Verstoßenen stehn, wird nicht nach anderer Urteil sehn. Er ist entschlossen, Wege zu gehen, vor denen allen graut. Er ruft uns vor die Tore der Welt. Denn draußen wird er sein, der draußen
eine Krippe wählt und draußen stirbt auf dem Schädelfeld. Er ruft uns vor
die Tore der Welt: Steht für die draußen ein!"
Vom Orgelspiel begleitet verließen wir den Dom .

Wir sind beeindruckt von dieser anderen Form, Gottesdienst zu feiern,
singend durch den Dom zu gehen, vom Leben und Wirken, von Anfeindungen und Erfahrungen des Heiligen Stephanus zu hören und für unser tägliches Leben etwas mit zu nehmen.

Gerne kommen wir zu einer nächsten Feier dieser Art wieder. Ort und Zeit werden dann auch hier veröffentlicht.

Irmhild Leutritz

HBS
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Fotos: Kirchenkreis Halberstadt

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