Zwei besondere Tage im Rauhen Haus Halberstadt

28. Mai 2025

Wer erstmalig das Gelände und die Räume des Rauhen Hauses in Halberstadt betritt fragt sich vielleicht – wie ich – warum heißt das Rauhes Haus? Passend wäre eher kunterbuntes Haus, so schön und lebendig und kindgerecht ist alles gestaltet.

Für die Kinder und Jugendlichen, die sich hier regelmäßig treffen, gibt es viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, zu spielen, zu basteln, zu essen, Sozialverhalten einzuüben. Sie sind zwischen 6 und 18 Jahren alt, es gibt altersgerechte Angebote für alle. Die Namen in dem „Anmeldebuch“ zeigen, dass hier nicht nur deutsch gesprochen wird.

Ein ganz besonderes Ereignis war am 27. Mai 2025, als dem Kirchenkreis ein Scheck der Fernsehlotterie über 119.000€ für das Rauhe Haus überreicht wurde. Damit kann eine pädagogische Lehrkraft für drei Jahre finanziert werden und darüber freut sich besonders Berit Elbin Lacher, die Leiterin des Hauses.

Einen Tag später freuten sie, ihre Mitarbeitenden und die Kinder sich über Besuch aus Magdeburg, nicht nur wegen der mitgebrachten Süßigkeiten.

Regionalbischöfin Bettina Schlauraff besucht seit diesem Jahr einmal im Monat eine soziale Einrichtung und hilft dort einen Tag lang mit. Außerdem hört sie viel und gern zu, vermittelt Interesse und Wertschätzung.

Der Tag begann mit einer Vorstellungsrunde: Fünf Mitarbeitende stellten sich in lockerer Runde vor, gut moderiert von Berit Elfbin Lacher. Die Atmosphäre ist familiär, alle reden sich mit Vornamen an. Auf unterschiedliche Weise sind sie ins Rauhe Haus gekommen und dann dort „hängengeblieben“, weil es ihnen Freude bereitet; ob vom Arbeitsamt geschickt, mit einer Ehrenamtspauschale oder ganz ehrenamtlich. Es geht um Büroarbeit, Hausmeisterdienste, Kochen und Backen (für manche der Kinder die einzige warme Mahlzeit am Tag) und Reinigungsarbeiten, aber auch die Beschäftigung mit den Gästen. 

Ganz offen berichten sie, nicht kirchlich gebunden zu sein, aber christliche Werte zu akzeptieren. In der Hausordnung ist festgehalten, was wichtig für das Miteinander ist. Und sie gestanden, dass sie sich eine Bischöfin ganz anders vorgestellt hätten, nicht so „normal“, freundlich-fröhlich und zugewandt.

Bettina Schlauraff hört zu, erzählt auch selbst und dann packt sie mit an: Aufräumen, Tische abwischen, Ausfegen – und den Eingangsbereich schmücken mit Kreide: „Schön, dass du das bist“ und schließlich „Lächeln“. 

Zuletzt schreibt sie noch Segenswünsche „to go“ auf, die sich die Kinder mitnehmen können, wenn sie das möchten.

Gegen 13 Uhr trudeln die ersten ein, zwei kleine fröhliche Mädchen mit einem schicken roten Sonnenschirm, dann ein paar Jungs. Sofort beginnen sie damit, Steine zu bemalen, die Regionalbischöfin setzt sich dazu und kommt schnell mit ihnen in Kontakt. Zeit mich zurückzuziehen, denn einer fünffachen Mutter kann ich die Kinder getrost überlassen und weiß sie in guten Händen.

Über ihr Erleben mit den Kindern und den Besuch insgesamt schreibt Bettina Schlauraff:
„Es war echt toll!“

Text und Fotos: Ursula Meckel

Bericht von Bettina Schlauraff: https://www.facebook.com/share/v/18aKqbEWmh/?mibextid=wwXIfr

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