22. Feb 2026
Es musste schon genau hingeschaut werden um zu erkennen, dass auf dem Liedblatt für den Festgottesdienst nicht nur die biblische Geschichte von dem Geschehen im Paradies gezeigt wurde, sondern auch die Gesichter der vier Menschen, die am 22. Februar 2026 in der St.Sylvestrikirche Wernigerode in ihren Dienst eingeführt wurden.
Originell und lebendig stellten sie sich vor und dar: Gemeindepädagogin Mirjam Reinboth als listige Schlange, Pfarrerin Hannah Clemens als verbotene Frucht, Pfarrerin Juliane Schlenzig als verführte Verführerin Eva und Pfarrer Matthias Zentner als Adam, der ebenfalls der Versuchung nicht widerstehen konnte.
Sie versetzten sich in die jeweilige Rolle und erzählten von ihren Empfindungen, ihrem Ärger, den Ängsten und Hoffnungen. Dabei gab es nachdenklich Machendes ebenso wie Heiteres, vor allem jedoch Ermutigendes.
Letzteres haben die vier nötig, denn zusammen mit den anderen hauptamtlichen Mitarbeitenden Pfarrer Frank Freudenberg und dem Kantorenehepaar Anne und Olaf Engel und den vielen Neben- und Ehrenamtlichen arbeiten sie in einem neuen großen Gebiet: dem Bereich Evangelische Kirche Wernigerode. Dazu gehören Derenburg (mit Minsleben, Reddebber und Silstedt), die Evangelische Christusgemeinde Wernigerode-Schierke und die Neue Evangelische Gemeinde Wernigerode.
Dass sie gut miteinander und untereinander können hatte Superintendent Jürgen Schilling in seiner Ansprache schon festgestellt und verglich den Dienst in Gemeinden mit einem Mannschaftsspiel. Wie bei der Olympiade sind nicht nur die wichtig, die Medaillen erkämpfen und im Rampenlicht stehen, sondern auch diejenigen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass alles gut läuft.
Ein gutes Beispiel heute waren die reichlichen Kuchenspenden für das anschließende Beisammensein.
Bestens vorbereitet war der Gottesdienst, alles passte gut zusammen, Gebete und biblische Texte, drei Kirchenchöre (Derenburg und die beiden Wernigeröder) erklangen und erfreuten gemeinsam.
Es wurden die Ernennungsurkunden verlesen, die vier „Neuen“ (eigentlich sind sie alle schon länger bekannt) versprachen, mit Gottes Hilfe ihre Kraft für die jeweiligen Dienste einzusetzen und die anwesende Gemeinde sagte zu, sie mit Gottes Hilfe zu unterstützen.
Mit Handschlag und Segnung durch den Superintendenten und vier Assistierende erfolgte die Einführung.
Begonnen hatte der Gottesdienst mit verlängertem Glockenläuten zum Gedenken anlässlich der Bombardierung der Wernigeröder Innenstadt am 22. Februar 1944 um 14.02 Uhr. Dr. Helmut Burckhardt erinnerte daran, dass die Ursache der von Deutschland begonnene Krieg war. Es bleibt die Aufgabe, sich mit allen Kräften für Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie einzusetzen.
Es gibt täglich viele beunruhigende und ängstigende Nachrichten aus vielen Teilen der Welt. Umso wichtiger, dass es auch gute und ermutigende Ereignisse gibt. Dazu gehört für die Wernigeröder Gemeinden der hoffnungsvolle Schritt nach vorn hinein in den Bereich Evangelische Kirche Wernigerode.
„Großartig“ nannte das der Superintendent. Recht hat er.
Text und Fotos: Ursula Meckel






































