05. Mär 2026
RU-Konvent mit Professor Michael Domsgen
Mehr als 20 derer, die in den Schulen des Harzkreises Religonsunterricht erteilen, waren am Abend des 5. März 2026 ins Kloster Drübeck gekommen. Eingeladen hatten Superintendent Jürgen Schilling und die Schulbeauftragte für die Region Stendal-Magdeburg, Kathrin Drohberg. Als Gast und Referent war Prof. Michael Domsgen gewonnen worden, zum Thema "Kirchliche Bildungsarbeit in Transformationsprozessen. Abbrüche und Aufbrüche wahrnehmen, einordnen und gestalten".
Die Andacht zu Beginn wurde in der Klosterkirche gefeiert, nach der im Kloster üblichen liturgischen Form, Jürgen Schilling predigte über den Monatsspruch März: „Da weinte Jesus.“ (Johannes 11,35)
In der Vorstellungsrunde waren die Teilnehmenden gebeten, ihren aktuellen Erfahrungen im Religionsunterricht eine „Benotung“ zu geben, eine Eins für ganz schlecht und eine Zehn für ganz positiv. Erstaunlicher- und erfreulicherweise tendierten die meisten für eine Neun, auch zwei Zehner waren dabei und nur zwei Siebener. Und: Alle waren gern in den Schulen unterwegs.
Oft kommen Schülerinnen und -schüler, die vormals den Ethikunterricht besucht haben, zu ihnen, manchmal wirkt eine Klasse wie ein Sammelbecken für schwierige Kinder, einige Schüler haben keine Lust zu denken, doch viele wollen in den wertebildenden Fächern etwas lernen, das motiviert die Lehrkräfte.
„Es ist gerade viel los und wir müssen uns ändern“ begann Professor Domsgen seine Ausführungen. Allerdings mögen die meisten Menschen keine Veränderungen. Wir erleben, dass bewährte Systeme versagen, obwohl eigentlich alles funktioniert. Wir sind in einer Krise, in der kaum jemand glaubt, dass es besser wird. Niemand weiß, was kommt und so geht es darum, mit Ungewissheit und Unsicherheit umzugehen, Kreativität und Improvisationsfähigkeit sind ebenso gefragt wie Zuversichtsargumente.
Der Professor für Evangelische Religionspädagogik verstand es, spannend, anschaulich, auch heiter zu referieren. Er provozierte zum Nachdenken, indem er unter anderem "Überraschungsargumente" und "heilsame Irritationen" vorschlug. Ziel der Bildung ist es, Kinder und Jugendliche sprachfähig zu machen. Bildung führt zu Andersdenken und Anderswerden. Zuversicht braucht Räume, in denen sie wachsen kann.
Michael Domsgen lud dazu ein, gemeinsam Schritte zu gehen, bezog die Teilnehmenden in seine Überlegungen ein. Wenn wir es lernen, pro-visorisch zu leben, ist das ein Gewinn an Menschlichkeit, hinein in die Begegnung mit Menschen.
HIER eine Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Domsgen
In der Schlussrunde wurde gefragt nach dem, was aus dem Abend mitgenommen werde. Da fielen Stichworte wie „Annehmen und Umdenken“, „Zuversichtsgründe suchen und finden“, „Überraschungen einbauen“ und „mit Zuversicht in die Zeit gehen“.
Wenn das kein schönes Ergebnis ist!
Text und Fotos: Ursula Meckel
















