Andacht

26. Jun 2014

zum Todestag von Heinrich I. in der Stiftskirche zu Quedlinburg

In der Quedlinburger Stiftskirche befindet sich die Grablege des ersten sächsischen Königs Heinrichs I, der am 2.7.936 in Memleben starb und in Quedlinburg bestattet wurde. An seinem Todestag gibt es seit einigen Jahren eine Andacht in der Stiftskirche, wo auch der Sarkophag seiner Frau, der Heiligen Mathilde, aufbewahrt wird. In diesem Jahr wird zur Andacht ein kleiner liturgischer Chor den Psalm 2, einen der biblischen Königspsalmen, anstimmen. Die kirchliche Erinnerung an Heinrich stellt in zweifacher Hinsicht eine Besonderheit dar: Heinrich hatte zu seiner Ernennung zum König des Ostfränkischen Reiches im Jahr 919 ausdrücklich auf Salbung und Krönung durch den Erzbischof von Mainz verzichtet, was ihm damals die Kritik der Kirche eintrug - ein Schritt, den Heinrich nicht nur aus Bescheidenheit sondern wohl auch als Ausdruck seiner Auffassung von weltlicher Herrschaft gegangen war; und im 20. Jh. hatte die nationalsozialistische SS das Gedenken an König Heinrich in der Stiftskirche okkupiert, einen national-mystischen Kult in der evangelischen Stiftskirche eingerichtet und die Kirchengemeinde vertrieben. Mittelpunkt dieser Andacht am kommenden Mittwoch sind Gebet und biblische Lesung. Die Andacht ist öffentlich, sie beginnt um 18 Uhr in der Krypta der Stiftskirche.

Christoph Carstens, Pfarrer

Pieta

Foto: Christoph Carstens

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