Bischofs-Visite

07. Jul 2014

Im Rahmen seiner Visitation des Bistums Halberstadt besuchte der katholische Bischof Dr. Gerhard Feige die Superintendentur in Halberstadt

Bischofs-Visite

Im Rahmen seiner Visitation des Bistums Halberstadt besuchte der katholische Bischof Dr. Gerhard Feige am Abend des 5. Juli auch die Superintendentur in Halberstadt. Zuvor hatte er an der ökumenischen Vesper im Dom teilgenommen, zu der sich ca. 80 Menschen hatten einladen lassen, um sich singend, betend und meditierend auf einen Rundgang zu begeben und Lebensstationen des Mose nachzuerleben.

Bei dem knapp zweistündigen zwanglosen Gespräch mit der Superintendentin und anderen Mitarbeitenden erkundigte sich der Bischof nach den kirchlichen Verhältnissen in Halberstadt, zum Beispiel dem Zusammenwirken von unierten und reformierten Gemeinden und dem Zusammenleben mehrerer Gemeinden in einem Kirchspiel.

Er berichtete, dass sich die Form der katholischen Visitation seit sechs Jahren verändert hat: Ursprünglich fand sie an einem Tag nur durch den Bischof statt; inzwischen dauert sie drei Tage und der Generalvikar, Baufachleute und ein Archivar werden bereits im Vorfeld einbezogen. Der Bischof besucht Hauptamtliche und Gremien und sucht ebenfalls Kontakte zu evangelischen Gemeinden, zu Einrichtungen und Betrieben und Kommunalpolitikern.

Als größte Herausforderung an die Kirchen bezeichnete er die demografische Entwicklung, ein Problem, das beide großen Kirchen betrifft.

Kurz schilderte er das laufende VOLK-Projekt (Vor Ort Lebt Kirche). Nach dem Leben in einer Art Parallelgesellschaft in der DDR ist ein Mentalitätswechsel nötig. Kirche darf keine geschlossene Gesellschaft sein, sondern ist schöpferische Minderheit in ökumenischer Gesinnung und in Kooperation mit anderen Partnern. Als Beispiele benannte er das „Netzwerk Leben“, das Frauenhaus in Ballenstedt und die von ihm mitbegründete „Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt“.

Er zitierte sinngemäß den evangelischen Theologen Heinz Zahrnt, der einmal gesagt hatte, die Kirche dürfe keine Thermoskanne sein – innen warm und nach außen hin kalt.

Ebenso wie die evangelische Kirche muss auch die Katholische sich von Gebäuden trennen, was immer schmerzhaft sei, aber „Wir wollen mobil bleiben, uns nicht an Immobilien festhalten.“

Wenn es im Zukunftsbild der katholischen Kirche heißt es: „Wir geben die Fläche nicht auf.“ bedeutet dies, dass es keine gottlose Gegend gibt. Die Größe eines Pfarrbereiches sollte nicht nach der Anzahl der (katholischen) Christen berechnet werden, sondern nach der Zahl der Einwohner/innen.

Zuletzt fragte der Bischof nach Planungen für 2017 und danach, was da gefeiert wird. Er wies hin auf sein Referat „Versachlichung – Versöhnung – Verständigung“  - eine Zwischenbilanz auf dem Weg zum Reformationsgedenken (http://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?idart=23725 ) und deutete Gesprächsbedarf an über das ekd-Papier zu „Rechtfertigung und Freiheit“ (http://www.ekd.de/download/2014_rechtfertigung_und_freiheit.pdf ).

Ursula Meckel, Pastorin

Pieta
Dom Halberstadt innen

Fotos: Ursula Meckel

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