29. Nov 2014
Halberstadt: eine ganze Stadt beginnt gemeinsam den Advent
Die Domschatzverwaltung Halberstadt und Quedlinburg lud zum gemeinsamen Beginn der Adventzeit ein. Und die Menschen kamen zu Hunderten auf den Domplatz in Halberstadt. Der Posaunenchor unter Leitung von Andreas Rebettge spielte Adventlieder vom Turm der Kathedrale, bevor die Jüngsten mit den mitgebrachten Glöckchen und anderem Schlagwerk die großen Domglocken "weckten". Begleitet von Dudelsackklängen - gespielt von Christian Lontzek - und dem Adventlicht zogen alle gemeinsam in den nur vom Kerzenlicht erhellten Dom hinein. Superintendentin Angelika Zädow lud ein, ihr in den adventlichen Raum der Ruhe zu folgen: "Wenn die Ruhe in uns Raum greift, kann etwas reifen und wachsen. Weil wir dann anders hören können als mit den Ohren. Wir hören Töne, die zwischen Worten liegen, die andere uns sagen. Und wir hören unsere eigene innere Stimme. Diese Stimmen führen zu einem Schatz, der tief in jedem Menschen liegt." Ein Lied half, in die Stille zu finden. Mal lauter, mal leise, mal gesummt, mal gesungen klangen Melodien und Worte durch den Raum: "Schweige und höre. Neige deines Herzens Ohr. Suche den Frieden"
Katharina Wilke entzündete die erste Kerze am Adventkranz und gab das Licht weiter. Nach und nach erstrahlte die Kathedrale im milden Licht der rund 1000 Kerzen. "Möge dies ein Zeichen sein, dass von hier - von Halberstadt – ein Funke der Hoffnung überspringen kann, dass Frieden möglich ist: weil in jedem Menschen, in dir und in mir die Sehnsucht nach Heilwerden, nach Geborgenheit und Gemeinschaft liegt. Und weil jeder von uns Gaben und Fähigkeiten hat, um dieses Licht in die Welt hinaus zu tragen. Und wenn nach den vier Wochen Adventzeit Weihnachten kommt, dann feiern wir die Geburt dessen, der seiner Stimme konsequent folgte und damit selbst seit 2000 Jahren zum Licht für so viele wurde,"sagte Superintendentin Angelika Zädow.
Viele nutzten die Gelegenheit, um am Ausgang das von Konfirmandinnen und Konfirmanden im Rahmen der Aktion "5000 Brote" gebackene Brot zugunsten der Ärmsten der Armen zu kaufen und so ein kleines Licht weiter zu geben.
Herzlichen Dank der Domschatzverwaltung und dem Küster für alle Vorbereitung!
Fotos. Martin Saß