23. Nov 2014
15 Jahre Wohnprojekt
„Raus aus der Anstalt“: Wohnprojekt Hohe Straße feiert 15. Geburtstag
Vor 15 Jahren startete ein für damalige Zeit einzigartiges Projekt in Quedlinburg: Menschen mit und ohne Behinderung wohnen und leben seitdem gemeinsam in einem historischen Fachwerkhof in der Hohen Straße 37 in Quedlinburg. Unter dem Dach der Neinstedter Stiftung zogen hier am 22. Januar 1999 die ersten Bewohner ein, 2007 wurde die Wohnung in der Hohen Straße 27 in dieses Projekt integriert.
Welche Spuren das Wohnprojekt schon jetzt hinterlassen hat, wurde am vorigen Samstag deutlich. Eingeleitet wurde die Feierstunde von Volker Schoodt, einem ehemaligen Vorstandsmitglied des Bewohnerbeirates. Er begrüßte die zahlreichen Gäste im Quedlinburger Rathaus, darunter auch zahlreiche weitere Bewohner der Hohen Straße. Die nachfolgenden Grußworte verdeutlichten den Stellenwert dieses Wohnprojektes über den regionalen Rahmen hinaus. So stellte Landrat Martin Skiebe die Hohe Straße als „herausragendes Beispiel für gesellschaftliche Akzeptanz und den Abbau von Barrieren“ dar, Quedlinburgs Oberbürgermeister Dr. Eberhard Brecht hob die Hohe Straße als Ort des „miteinander Lernens“ hervor.
Einen wichtigen Schwerpunkt im Rahmen dieses Jubiläums bildete der historische Rückblick. Nach Hans Jaekel, Vorstand der Neinstedt Stiftung, „bedeutete die vor über 15 Jahren entstandene Idee „Raus aus der Anstalt“ für die damalige Zeit eine Revolution.“ Unter Anspielung auf den Ort der Feierlichkeiten äußerte er den Wunsch, dass „als Zeichen einer erfolgreichen Inklusion eines Tages ein Bewohner der Hohen Straße im Stadtrat sitzen möge.“
Bildunterschrift: Hans Jaekel (Vorstand Neinstedter Stiftung) und Landrat Martin Skiebe (links) im Gespräch während des Empfanges vor dem Rathaussaal.
Christian Mühldorfer-Vogt
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Foto: privat.