Domschätze HBS und QLB

07. Nov 2014

Kurzweilige Sonderschauen

Sonderausstellungen in den Domschätzen Halberstadt und Quedlinburg

Von Sündern, Altären, Verlust und Gewinn

Vom 6. November bis 15. Februar laden zwei kurzweilige Sonderschauen Besucher in die Domschätze Halberstadt und Quedlinburg ein. Beide verstehen sich als Korrespondenzausstellung zur derzeitigen Ausstellung „Am Vorabend der Reformation. Alltag und Frömmigkeit in Mitteldeutschland“ im Kulturhistorischen Museums in Magdeburg.

„Von Sündern und Altären“ berichtet die Sonderschau in Halberstadt. Der Halberstädter Dom ist mit seinem umfangreichen Kirchenschatz ein einzigartiges Zeugnis des Mittelalters. An keinem anderen Ort nördlich der Alpen lässt sich besser nachempfinden, wie eine Bischofskirche um 1500 ausgestattet war. Zu dieser glanzvollen Ausstattung gehören auch die im Domschatz gezeigten, spätmittelalterlichen Altarretabeln. An Hoch- und Festtagen wurden die bildgewaltigen Flügelaltäre geöffnet. In zumeist figurenreichen Szenen konnte der Betrachter die ganze Dramatik einzelner Ereignisse aus dem Leben Christi oder bestimmter Heiliger erleben. Zudem war der Halberstädter Dom bereits seit dem 13. Jahrhundert Schaustätte eines geistlichen Büßerspiels - des Adamsspieles. Dieses wuchs im Spätmittelalter zu einem inszenierten Spektakel heran, das hunderte Schaulustige in den Dom lockte. Kennen Sie schon den Adamssitz? Noch nicht? Das und  vieles mehr zum Bußspiel erfahren Besucher in der Sonderausstellung im Halberstädter Domschatz.

In der Quedlinburger Stiftskirche herrschte am Vorabend der Reformation eine unruhige Zeit, in der der sächsische Landesherr jegliche reformatorische Bewegungen in Quedlinburg erstickte. So kann erst nach dessen Ableben im Jahr 1539 die Reformation im hochadligen Damenstift eingeführt werden. Äbtissin Anna II. von Sachsen (1505-1574) findet als erste evangelische Äbtissin ihre letzte Ruhe in der Stiftskirche. Anna II. spielt jedoch in dieser Umbruchszeit eine zwiespältige Rolle. Die einzige Möglichkeit, den Domschatz zu wahren, sieht die Äbtissin im Fortbringen der kostbaren Kunstwerke. Wohin der Domschatz verbracht wurde und was Äbtissin Anna II. mit den wertvollsten Objekten plante, erfahren neugierige Besucher auf ihrem Rundgang durch den Quedlinburger Domschatz. Die Sonderausstellung „Verlust und Gewinn – Die Quedlinburger Stiftskirche im Jahrhundert der Reformation“ berichtet vom 6. November bis 15. Februar von den Wirren und Umwegen dieser Zeit.

Beide Ausstellungen in Halberstadt und Quedlinburg können zu den regulären Öffnungszeiten der Domschätze besucht werden.

Skulptur
Dom Halberstadt innen


Kontakt:
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