03. Sep 2014
Tansanischer Bischof in der Neinstedter Stiftung
Bischof Sanga aus Tansania besucht Neinstedt
In der Zeit vom 2. bis 4. September 2014 besuchte Bischof Levis Luhuvilo Sanga die Evangelische Stiftung in Neinstedt. Während seines Aufenthaltes kam es - neben unterschiedlichen Neinstedter Akteuren - auch zu intensiven Gesprächen mit Vertretern des Ältestenrates und des Gemeindekirchenrates sowie mit seinem Kollegen Regionalbischof Christoph Hackbeil. Levis Luhuvilo Sanga leitet seit 2012 die Südzentral-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, in dieser Diözese liegt auch der 1800 m über NN hoch gelegene Ort Tandala.
Mit dem dortigen Diakoniezentrum, das für ganz Tansania einmalig ist, pflegt die Neinstedter Stiftung seit langem enge (Arbeits-) Beziehungen. Ausgangspunkt hierfür war ein Treffen des damaligen Neinstedter Vorstehers Rolf Löffler mit dem damaligen Bischof Bischof Swalo 1984. Ein Jahr später trafen erste junge Menschen aus Tansania in Neinstedt ein, um sich als Diakone bzw. Heilerziehungspfleger ausbilden zu lassen. Auch die Entstehung der dortigen Lutherischen Kirche ist Teil der deutsch-tansanischen Geschichte, wurde sie doch vor dem ersten Weltkrieg in der damaligen Kolonie „Deutsch Ostafrika“ gegründet.
Konkret schlagen sich diese Kooperationen in der Form nieder, dass derzeit ein junger Mann aus Tansania in Neinstedt zum Physiotherapeuten und Diakon ausgebildet wird. Vor wenigen Wochen bildeten die Werkstätten für behinderte Menschen zudem einen Tischler fort mit dem Ziel, in Tandala selber in diesem Handwerk auszubilden. Dies ist eingebunden in ein Hospitationsprojekt, das vorsieht, dass sich im nächsten Jahr Neinstedter Beschäftigte nach Tandala begeben.
Wie umfassend das Diakoniezentrum in Tandala arbeitet, schildert Diakon Hans Jaekel, pädagogischer Vorstand der Neinstedter Stiftung. Nach Jaekel werden hier auch Ausbildungsgänge für Maurer, Schneider Korbflechter und Geflügelzüchter angeboten. „Unsere Form der Unterstützung wird in unserer globalisierten Welt immer wichtiger, zielt sie doch auf Nachhaltigkeit, auf Hilfe zur Selbsthilfe. Zugleich werden diese Projekte wesentlich von unserem auf partnerschaftlichem Denken beruhenden Selbstverständnis zu unseren Freunden in Afrika getragen.“ Und er sieht gute Chance dafür, dass diese Formen der Weiterbildungen nichts Außergewöhnliches, sondern die Normalität darstellen.
Im Rahmen seines Besuchs in Neinstedt suchte Sanga unterschiedliche Häuser auf mit dem Ziel, sich einen Überblick über die Arbeit der inzwischen 164 Jahre alten Einrichtung zu machen. Bischof Sanga, der vor seinem Theologiestudium Landwirtschaft studierte, zeigte besonderes Interesse am Neinstedter Marienhof, der Entwicklungspotenzial für weitere gemeinsame Projekte biete, so Bischof Sanga. Diese für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelte Einrichtung verfügt über einen eigenen Wohnbereich, als deren Arbeitsfeld dient die ökologische Landwirtschaft und die Tagesförderung für Senioren ist hier angegliedert.
Im nächsten Jahr wird die Partnerschaft zwischen Tandala und Neinstedt 30 Jahre alt. Dieses Jubiläum bildet den Hintergrund dafür, dass Bischof Levis Luhuvilo Sanga den Festgottesdienst beim 165. Jahresfest der Neinstedter Stiftung im Mai 2015 abhalten wird.
Fotos:
Ein wichtiges Thema beim Besuch von Bischof Sanga auf dem Marienhof, hier im Gespräch mit dem kaufmännischen Vorstand der Neinstedter Stiftung, Stephan Zwick, waren Aspekte der Wirtschaftlichkeit der ökologischen Landwirtschaft sowie die hiermit verbundenen Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung.
Während seines Besuchs des Neinstedter Marienhofes informierte sich Bischof Sanga intensiv über die Möglichkeiten der dort angebotenen Reittherapie.
Fotos: Stiftung Neinstedt