Stiftskirche Quedlinburg

06. Dez 2013

Hildegard-von-Bingen-Schrein leuchtet in der Krypta der Quedlinburger Stiftskirche

Hildegard-von-Bingen-Schrein leuchtet

in der Krypta der Quedlinburger Stiftskirche

Ab dem ersten Advent ist in der Krypta der Quedlinburger Stiftskirche ein Kunstwerk zu sehen, das diesen besonderen Raum nicht nur erhellen wird, sondern am Ort dieses bedeutenden Frauenstifts an eine andere große Frau des Mittelalters erinnert. Der Künstler Philipp Schönborn schuf im Andenken an die Benediktinerin Hildegard von Bingen einen strahlenden Schrein und verarbeitete frei fotografische Aufnahmen des Hildegardschreins in Eibingen am Rhein, wo ihre Reliquien aufbewahrt werden. 2012 wurde die im Hochmittelalter lebende Hildegard von Papst Benedikt zur Kirchenlehrerin erhoben. Hildegard, die seit über 8oo Jahren von den Menschen verehrt wird, erhielt damit die offizielle Anerkennung ihres Wirkens.

Die Skulptur Schönborns ist ein leuchtendes Erinnerungs-Mal und lädt damit zum Fragen und Nachdenken ein. Nach den erfolgreichen Ausstellungen im Berliner, Naumburger und Halberstädter Dom folgt nun die Präsentation in der Quedlinburger Stiftskirche.

Wie keine andere steht Hildegard mit ihrem Glauben und ihrem Wirken für das Gemeinsame, das Miteinander. Mensch, Gott und Kosmos bilden für sie eine harmonische Einheit. Sie ist, wenn man so sagen kann, eine ‚ökumenische Heilige‘, mit der sich auch viele in der evangelischen Kirche intensiv beschäftigen. Zudem wird sie heute auch von kirchenfernen Menschen verehrt, als Komponistin, Dramatikerin, Mystikerin und Heilkundige.

Wie ungewöhnlich diese Frau war, zeigen allein ihre erhaltenen Bücher, Briefe und Schriftstücke. Regelmäßig mischte sie sich in die Tagespolitik ein und kritisierte sogar die Mächtigen ihrer Zeit.

Philipp Schönborn kam 1943 in Prag auf die Welt, wuchs in Österreich auf und lebt seit 1968 in München. Seit 1972 arbeitet Schönborn als Fotograf, zuerst für Architektur und Gartenarchitektur. Später spezialisiert er sich auf Museen und Kunst-Kataloge, fotografiert z.B. Werke von Joseph Beuys und Andy Warhol. Immer häufiger thematisiert er mit dem Mittel der Fotografie und des Lichtes auch religiöse Inhalte.

Der Schrein kann bis zum 2. Februar 2014 in der Krypta der Quedlinburger Stiftskirche besichtigt werden.

                                                                                                                          

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