Bad Suderode

08. Okt 2013

Erstes Kaffeetrinken zur Namnesgebung im "Evangelischen Gemeindehaus Heinrich Hauer"

Erstes Kaffeetrinken im "Evangelischen Gemeindehaus Heinrich Hauer"

Vom 4. bis zum 6. Oktober kam der Theologische Vorstand des Landesausschusses für Innere Mission a.V. (LAFIM) Direktor Matthias Fiedler aus Potsdam zu Besuch nach Bad Suderode -  passend zur Einweihung und Namensgebung (zu Heinrich Hauer siehe unten) des neuen Gemeindehauses in Bad Suderode.

Der LAFIM a.V. ist ein diakonischer Träger in Brandenburg. Sein Leitbild stammt aus dem 1. Petrusbrief: "Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes." (1. Petrus 4, 10)

Die LAFIM-Gruppe ist ein Verbund von Diensten der Altenhilfe, Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe und verschiedener Dienstleistungsbetriebe.
Die christliche Nächstenliebe ist seit 1882 die Motivation unseres diakonischen Handelns, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht.


Heinrich Hauer

Der Name Heinrich Hauer ist den Einwohnern von Bad Suderode zumindest von der Bezeichnung eines schmalen Durchgangs-weges zwischen der Stecklenberger Straße und der Grünstraße bekannt. In Quedlinburg, wo er elf Jahre Vorsteher der Taubstummenanstalt war, ist er in Vergessenheit geraten.

Hauers Leistungen dürfen nicht nur auf die Tätigkeiten als Lehrer in Suderode, Hordorf, Bühne bei Osterwieck und Schadeleben sowie als Gründer Taubstummenanstalt reduziert werden. Er war ein Humanist des ausgehenden 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts. Er wurde in Preußen bekannt durch seine fortschrittlichen pädagogischen Schriften besonders für die Behindertengruppe der Taubstummen.

1763 wurde Heinrich Hauer in Wegeleben geboren und kam mit seinen Eltern bereits als Dreijähriger nach Suderode. Die ärmlichen familiären Verhältnisse führten dazu, dass sein Wunsch, Lehrer zu werden, zunächst nicht erfüllt wurde. Er lernte Zimmermann und unterrichtete ehrenamtlich abends die Dorfkinder von Suderode und spielte die Orgel zu den Gottesdiensten.

In unserer Gemeinde, in der er bis zu seinem 39. Lebensjahr tätig war, arbeitete er zuerst als selbstständiger Zimmermann mit einem guten Auskommen. Als ihn die Einwohner des Ortes baten, das unbesetzte Lehreramt mit einem geringen Jahresgehalt von 140 Talern zu übernehmen, zögerte er nicht. Eine Lehrerprüfung vor Vertretern der Halberstädter Regionalregierung bestand er mit Bravour.

Hauer war kein bequemer Zeitgenosse, weil er sich stets für soziale Gerechtigkeit einsetzte. Seine Motivation war ein unerschütterlicher christlicher Glaube aus dem seine Nächstenliebe erwuchs. Besonders kam dies in seinem Einsatz für die Schwächsten der Gesellschaft zum Ausdruck. Seine Bemühungen um die Gründung und den Fortbestand der Taubstummenanstalt in Quedlinburg waren ein ständiger Kampf um deren Existenz, der seine Kräfte oft überforderte. Heinrich Hauer starb 75-jährig  1838 in Quedlinburg.

BaSu
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Fotos: Kirchspiel Bad Suderode/Friedrichsbrunn

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