Augen - Blicke

16. Sep 2012

Texte von Angelika Zädow und Bilder von Beate Kluwe in Schwanebeck vorgestellt

Zur Vorstellung des neuen Bandes mit Bildern von Beate Kluwe und Texten von Angelika Zädow hatte das Kirchspiel Schwanebeck in die St. Petri Kirche eingeladen.

Der ökumenische Singkreis unter Leitung von Frau Rech sowie Anna-Maria Simon (Blockflöten und Oboe) umrahmten mit zarten, einfühlsamen Klängen die Präsentation. Pfarrerin Stefanie Jäger freute sich, auch Propst Christoph Hackbeil begrüßen zu können, der in seiner Ansprache (Volltext am Ende des Artikels) sagte: "So geschieht es, dass sich der Stil der beiden Frauen ergänzt. Angelika Zädow geht sensibel den suchenden und oft zweifelnden Menschen unserer Tage nach. Und Beate Kluwe zeigt mit einem verblüffend klaren Blick, dass Gott uns näher ist als wir denken. (...) Von der Erfahrung des Dunkels und der Ferne Gottes spannt dieses kleine Heft den Bogen zu einer Einladung an uns alle. Es ist die Einladung, mit der Nähe Gottes zu rechnen. Ich wünsche Ihnen allen mit diesem kleinen Buch viel Freude und danke der Autorin und der Malerin, dass sie es uns in die Hand legen."

Der Gemeindekirchenrat lud anschließend zu Kaffee und Kuchen ein. Nach der Präsentation von "Augen - Blicke" war schnell klar: es geht in die zweite Auflage.

Über die Superintendentur Halberstadt (Frau Karina Simon), Domplatz 50, 38820 Halberstadt, T: 03941/571738, mail: suptur@kirchenkreis-halberstadt.de kann "Augen - Blicke" für 4,50€ bestellt werden. 

Ansprache von Propst Christoph Hackbeil

„Jesus sprach von Gott in Bildern und Gleichnissen. Er wurde das Bild, in dem der Unsichtbare sichtbar wurde. Er öffnet die Augen, um ihn zu erkennen.“ Diese Worte von Gerd Theißen „Glaubenssätze“ S. 39/40 möchte ich meinem geistlichem Wort voranstellen.
Sehr geehrte Damen und Herren, besonders liebe Frau Kluwe, liebe Frau Zädow,
„Augenblicke“ haben Sie diese besondere Veranstaltung überschrieben. Aus dem, was Sie genau und sorgsam beobachtet haben, liebe Frau Zädow, sind sehr nachdenkliche und anregende Texte entstanden. Und aus diesen kamen für Sie, liebe Frau Kluwe, die Anstöße zu ihren farbenfrohen und damit auch froh machenden Bildern. Beides steht uns in dem schönen kleinen Heft vor Augen und beschenkt uns mit Augenblicken, die uns - vielleicht nur für kurze Zeit - über den Alltag hinausheben. Bilder und Texte rühren an das Geheimnis, das unser Leben durchzieht, das wir meist nur erahnen und doch ersehnen: Gott. Ihn sehen zu lernen, dazu helfen die sprachlichen und gemalten Bilder. Bilder und Texte sind Versuche sehen zu lernen, wie unsere Wirklichkeit berührt wird von dem Glanz einer anderen Wirklichkeit.
Der Text zum Titelbild führt uns auf diesen Weg unter der Überschrift „Frieden“: „Sanft taucht die Sonne die Landschaft in ihr mildes Licht/ gelb schimmern die Wiesen / rotgolden die Hügel. Und am Horizont kündet sich leise der Abend an. / Es ist, als wollte die Natur der Erde Frieden schenken und seligen Schlummer./ Ach / Könnte die Welt doch lernen von diesem Bild: / den Frieden des Herzens, / die Liebe zum Menschen / und den Glauben an den, / der alles erschuf.“
Die Farben dieses Gedichtes nimmt die Künstlerin Beate Kluwe auf und zaubert über ein Land, das sie nur andeutet, Abendstimmung. Doch lässt sie sich weitertragen, um ihr Eigenes zu zeigen: Kraftvoller wird die Sonne auf ihrem Bild, groß und rot und glühend. Als wolle sie die Sehnsucht nach dem Frieden uns allen einbrennen. Und dann kommt eine Taube daher, vielleicht von Noahs Arche, nimmt etwas von diesem Abendfrieden in ihren Schnabel und bringt ihn mit kraftvollem Flügelschlag zu uns.
So geschieht es immer wieder, dass sich der Stil der beiden Frauen ergänzt. Angelika Zädow geht sensibel den suchenden und oft zweifelnden Menschen unserer Tage nach. Und Beate Kluwe zeigt mit einem verblüffend klaren Blick, dass Gottes uns näher ist als wir denken. Angelika Zädow gibt in sehr persönlichen Texten Zeugnis von ihrem Glauben, dem Glauben einer suchenden Frau. Sie trifft einen klaren und zugleich leisen Ton. Sie bringt Gott nahe und weiß doch, wie fern er oft ist.


Am Anfang des Bandes steht der Text „Veränderung“. Mit tief schwarzer Nacht beginnt das Gedicht. Und es endet: „Dein Wort wird mir leuchten, des bin ich gewiss und leise hör ich dich wie von Ferne rufen: Dich habe ich je und je geliebt und darum zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Leise wie von Ferne – das ist ihr Ton, der mich behutsam begleitet. Und was macht Beate Kluwe aus diesem Text? – sie überrascht mit einer Verwandlung. Ihr Bild zeigt eine klare Winternacht. Das verraten die Worte ja nicht. Überall liegt frischer Schnee und nichts ist wirklich dunkel. Und am Himmel strahlt hell der Stern der Weihnacht. Vielleicht ist ja Schwanebeck Bethlehem. Und das weiß nur Beate Kluwe. Wunderbar – klar und strahlend und so eigenständig gefühlt und gemalt. Danke.
Von der Erfahrung des Dunkels und der Ferne Gottes spannt dieses kleine Heft den Bogen zu einer Einladung an uns alle. Es ist die Einladung mit Gottes Nähe zu rechnen. Das Gedicht Teppiche schließt mit diesen Worten: „Ja, so müsste sich die Kirche heute schmücken. Mit den Glaubensgeschichten der heute Lebenden, mit unseren Erfahrungen. Wie viel vom Wirken und Segen Gottes würde in ihnen zum Vorschein kommen. Wenn jeder daran ginge, und seine eigene Geschichte beiträgt, dann würde ein buntes Bild der Nähe Gottes kreuz und quer über den Erdball entstehen und die Kirche würde wirklich zu dem, wozu sie berufen ist: Sauerteig für die Welt.“ Und daraus lässt Beate Kluwe einen Teppich unseres wunderbaren, kostbaren blauen Planeten entstehen. So kostbar wie die Erde und das Leben auf ihr – sind unser aller Geschichten.
Ich wünsche Ihnen allen mit diesem kleinen Buch viel Freude und danke der Autorin und der Malerin, dass sie es uns in die Hand legen.

Chor
Anna-Maria Simon

Fotos: Martin Saß

Kontakt

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