12. Nov 2011
Zu ihrer Herbsttagung kam die Synode des Kirchenkreises im Cecilienstift zusammen
"... vier, drei, zwei, eins - Start" - so zählten die Synodalen den Start der neuen Internetpräsenz an. Eine Arbeitsgruppe um Michael Mendel hatte in den vergangenen Monaten die Gestaltung vorbereitet.
Zuvor absolvierte die Synode unter Vorsitz von Präses Hans-Jörg Bauer bereits eine umfangreiche Tagesordnung. So wurde der Haushalt in einem Umfang von rund 7 Millionen Euro beschlossen. Amtsleiterin Erika von Knorre erhielt für dieses Mammutwerk und die gesamte Vorbereitung anhaltenden Beifall.
Weiter beschloss die Synode die Errichtung einer weiteren kreiskirchlichen Klinikseelsorgestelle und den Kollektenplan für das kommende Kirchenjahr.
Der Diakonieausschuss freut sich über drei neue Mitglieder, die einstimmig gewählt wurden.
In dem Bericht zum Leben im Kirchenkreis hob Superintendentin Angelika Zädow das große Engagement der ehrenamtlich Mitarbeitenden hervor, deren Einsatz die Vielfalt der Projekte und Veranstaltungen mit zu verdanken seien. Ferner lud sie zu zwei großen Projekten des Kirchenkreises im kommenden Jahr ein: dem Kreisbläsertag im Mai und der kreiskirchlichen Fahrt für Jugendliche und junge Erwachsene in die ökumenische Gemeinschaft von Taize.
Angelika Zädow ging auch auf die Rolle der Kirche in zentralen politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen ein, wörtlich: "Oft wird bei den Anfragen „DIE“ Antwort der Kirche erwartet, die es natürlich nicht geben kann – weder in Fragen PID, noch in Sachen Finanzkrise oder der Verhinderung solch schrecklicher Attentate wie in Oslo.
Was die Kirche tun kann, ist wenig beliebt, aber meines Erachtens umso notwendiger. Sie kann und muss ihr Wächteramt gleich den Propheten des Alten Testaments wahrnehmen und wie sie den Finger in die gesellschaftlichen und politischen Wunden legen.
Zu fragen ist zum Beispiel im Rahmen der allgegenwärtigen Haushaltskonsolidierungskonzepte, ob der Begriff der „Freiwilligen Leistungen“ nicht längst überholt ist. Wenn es – wie immer wieder richtigerweise betont – ein Recht des Menschen auf Kultur und Bildung bis ins hohe Alter gibt, dann muss sich dieser Anspruch auch in der Gesetzeslage widerspiegeln.
Wenn nach Lösungen für die Endlagerung von hoch giftigen Stoffen gesucht wird, dann müssen fachliche Gesichtspunkte an erster Stelle stehen und nicht wirtschaftliche oder politische Gegebenheiten.
Was wir dazu brauchen ist ein offener Diskurs zwischen Politik, Wirtschaft, Banken und Religionen, dessen Ziel eine Selbstverpflichtung der Beteiligten ist zu angemessenem Lohn, Kappung überhöhter finanzieller Erträge und eine Umverteilung zugunsten der Schwachen. Ausgangspunkt könnte die Denkschrift der ekd aus dem Jahre 2008 sein. Für Interessierte: "Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive" heißt sie und ist im Internet einsehbar
Wir können in unseren Gemeinden ein Forum eröffnen, das unter dem Thema „Kultur des Verzichts und der Verantwortung“ steht und Antwortmöglichkeiten findet auf die Frage: auf was konkret kann ich wie verzichten, um anderen etwas zu ermöglichen. Auch in diesem Bereich gibt es gute Ansätze."
Die Synode endete mit dem wohlverdienten schmackhaften Mittagessen um 13.30Uhr.


Fotos: Martin Saß