Zur Landtagwahl in Sachsen-Anhalt

26. Jan 2011

Anlass für das Gemeinsame Wort zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 20. März 2011 ist die Sorge um ein Erstarken des Extremismus

Anlass für das Gemeinsame Wort zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 20. März 2011 ist die Sorge um ein Erstarken des Extremismus sowie die Sorge vor einem Desinteresse an demokratischen Vorgängen - und in Folge dessen vor einer zu geringen Wahlbeteiligung.

  1. „Wir sind das Volk – wir sind ein Volk“ – dieser Ruf steht für die friedliche Revolution von 1989/90. Die damit verbundene Freiheit ist jedoch nicht nur Geschenk, sie fordert auch eigene Verantwortung der Menschen für unser demokratisches Gemeinwesen ein. Demokratie darf nicht nur hingenommen, sie muss gelebt werden. Die Wahlen am 20. März 2011 sind eine wichtige Gelegenheit, sich in diesem Sinne einzubringen. Wir ermutigen die Menschen in Sachsen-Anhalt dazu, an diesem Tag wählen zu gehen.
  2. Politikerinnen und Politiker übernehmen besondere Verantwortung für unser Gemeinwesen. Wir sind dankbar für dieses Engagement und freuen uns über die Bereitschaft zahlreicher Frauen und Männer, sich zur Wahl zu stellen. Politische Ziele auch in einer Zeit rasanter medialer Kommunikation aufrichtig und deutlich zu äußern, ist - besonders im Wahlkampf – Voraussetzung dafür, später als Vertreter des Volkes ehrlich Verantwortung übernehmen zu können. Politisches Handeln im Dialog mit den Bürgern ist eine über den Wahlkampf und den Wahltag weit hinausreichende Aufgabe. Wir bitten Politikerinnen und Politiker um ein faires Miteinander im Wahlkampf.
  3. Wählerinnen und Wähler sollten ihrerseits Politikerinnen und Politiker nicht mit unrealistischen Erwartungen zu unrealistische Versprechen treiben. Wahlprogramme können beurteilt und geprüft, Kandidatinnen und Kandidaten dazu befragt werden.
  4. Wichtige Werte für das Zusammenleben unserer Gesellschaft gründen auf Kernaussagen des christlichen Glaubens. Mitglieder unserer christlichen Gemeinden sind in besonderer Weise gefordert, als Kandidaten und als Wähler Werten wie Menschenwürde und Toleranz Glaubwürdigkeit zu verleihen. In Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen soll Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit politischen Zielen und Inhalten der Kandidatinnen, Kandidaten und Parteien gegeben werden. Als Christen werden wir unseren Beitrag dazu leisten, dass politisches Handeln allen Menschen in Sachsen-Anhalt ein Leben in Freiheit und Verantwortung, Würde und gegenseitigem Respekt ermöglicht.

Unterzeichnet von Landesbischöfin Ilse Junkermann (Ev. Kirche in Mitteldeutschland), Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg), Bischof Friedrich Weber (Ev.-luthersiche Landeskirche in Braunschweig), Kirchenpräsident Joachim Liebig (Ev. Landeskirche Anhalts)

Pieta
Klosterkirche Drübeck

Nebenstehender Text ist die Kurzfassung.

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