14. Apr 2026
Seit nunmehr 20 Jahren gibt es den Klosterwanderweg am Nordrand des Harzes. Auf einer Länge von insgesamt 115 Kilometern kann man von Goslar nach Halberstadt wandern und kommt dabei an Klöstern sowie weiteren sehenswerten Orten vorbei.
Gelegenheit zur Rast bieten die sogenannten Engelsbänke, die inzwischen an 27 ausgewählten Standorten stehen. Neben dem Marienhof in Neinstedt sind jetzt zwei weitere Bänke in Neinstedt am Klosterwanderweg aufgestellt worden.
Jede Bank erhält ein Schild mit einem Segensspruch. Mit dem Anbringen der Schilder durch Axel Lundbeck wurden die Bänke nun offiziell übergeben.
Claudia und Axel Lundbeck, Pfarrerin und Pfarrer im Ruhestand, sind die Initiatoren der Engelsbänke entlang des Klosterwanderwegs. Axel Lundbeck berichtet: „Es fing damit an, dass wir von den Touristikern aus Ilsenburg angesprochen wurden, wie der Klosterwanderweg attraktiver gestaltet werden könnte. Wir haben daraufhin mit pilgerinteressierten Menschen gesprochen, so entstand die Idee der Engelsbänke.“
Claudia Lundbeck ergänzt: „Engel sind nicht nur für Christen von Bedeutung. Engel sprechen alle Menschen an. Wer sich auf eine Engelsbank setzt, kann sich umarmt und beflügelt fühlen und behütet für den weiteren Weg. Jede Bank trägt einen Spruch, der zur Besinnung einlädt und auf dem Lebensweg begleiten kann. Die Engelsbänke stehen an besonders schönen Orten entlang des Weges. Nun wurden an der Katharinenkirche und in der Steuerstraße zwei weitere Bänke am Pilgerweg aufgestellt. Die Standorte sind bewusst gewählt“, erklärt Axel Lundbeck: „Wenn Pilgergruppen unterwegs sind, laden die Bänke zu einer Pause ein.“
Natalie Gaitzsch, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats des Kirchgemeindeverbands Neinstedt, betont darüber hinaus, dass in dem inklusiven Ort Neinstedt diese Bänke ein Treffpunkt für viele Menschen geworden sind. Die Freude über die Engel, die ein schönes Sinnbild für die Verbindung zwischen Himmel und Erde sind, gibt den Menschen eine Rast für den Körper, aber eben auch für die Seele, durch ebenjenen Segensspruch, welcher zu jeder Bank individuell angepasst ist und so Menschen auch innerlich berührt.
Neben den zwei Bänken direkt am Klosterwanderweg steht eine dritte Bank hinter dem Friedhof der Evangelischen Stiftung Neinstedt und bietet einen wunderbaren Blick in Richtung Quedlinburg und Gernrode sowie auf die christlichen Ursprünge in dieser Region.
Die Umsetzung solcher Projekte wird durch vielfältige Unterstützung möglich. So wurden die neuen Bänke in Neinstedt aus den Spenden finanziert, die zum Amtsantritt des neuen pädagogisch-diakonischen Vorstands der Evangelischen Stiftung Neinstedt, Ronny Rösler, eingingen. Eingebunden ist das Projekt in die Abteilung Harzer Klöster, die seit 2019 besteht und mit dem Harzer Klosterwanderweg auch weitere Projekte verantwortet, um das reiche spirituelle Erbe der Harzregion in besonderen Angeboten für Gäste zu bündeln. Geschäftsstellenleiterin Melanie Krilleke freut sich über die regionalen Initiativen und das Engagement vor Ort: „Der Harzer Tourismusverband e.V. hält ein stabiles Gerüst mit einer entsprechenden Organisationsstruktur und einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit für die über 30 Partner in der Abteilung vor, so können wir auch eine wirksame Reichweite für die schönen Projekte erzielen“. Insbesondere sei auch der Propstei Goslar als Trägerin der Engelsbänke gedankt.
Wer die neuen Bänke in Neinstedt ausprobieren möchte, ist natürlich herzlich willkommen.
Weitere Informationen zu den Engelsbänken findet man unter:
https://www.harzinfo.de/erlebnisse/harzer-kloester/harzer-klosterwanderweg/pilgern-spiritualitaet
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