14. Jan 2026
Nachruf für Kurt Neufert; geb. 08. Mai 1932 – gest. 08. Januar 2026
„Welch hohe Lust, welch heller Schein, wird wohl in Christi Garten sein. Wie muss es da wohl klingen…“ Kurt Neufert wünscht sich das Paul Gerhardt Lied zu seiner Trauerfeier. Der Hobbygärtner hier auf Erden sehnte sich nach den hellen lichten Klängen in Christi Garten…dem Ort des Glücks. Dort wo schon seine Frau Ingrid auf ihn wartete.
Wer Kurt kannte und besuchte, der konnte seinen Paradiesgarten hinterm Haus bewundern.
Als schlesischer Flüchtlingsjunge und Schustergeselle kam Kurt Neufert 1950 nach Neinstedt. Hier fand er Orientierung für sein Leben. Er absolvierte die Ausbildung zum Diakon und arbeitete mit kriegstraumatisierten Jugendlichen. Junge Menschen, die durch die Flüchtlingswelle nach Ende des Weltkrieges nach Neinstedt gespült wurden, sozialisierten den jungen Kurt zu einem dem menschlichen Leid zugewandten Mann. Kurt hörte immer genau hin und stelle Fragen hinein in die Tiefen eines Lebens. Er wurde zu einem gefragten Seelsorger und Ratgeber, zu einem Gärtner, dem in Bad Dürrenberg Seelen von Menschen vertrauten.
Kurt Neufert wurde später Pfarrer in Kötschau. Bis heute sprechen ehemalige Mitglieder der Jungen Gemeinde von damals, in Hochachtung von ihm.
In seiner Zeit als Posaunenwart in Thüringen prägte er die Posaunenarbeit, gemeinsam mit seiner Frau und leitete das Posaunenheim in Erfurt.
Mitten in der Friedlichen Revolution und den Jahren nach der Deutschen Einheit übernahm Kurt Neufert das Amt des Ältesten der Diakonischen Gemeinschaft. Unter seiner Leitung öffnete sich die Brüderschaft hin zu einer modernen Dienstgemeinschaft von Frauen und Männern. Dabei spielte seine unermüdliche Gesprächsgeduld eine entscheidende Rolle. Er verstand es hervorragend, die bewahrenden und verändernden Gemüter zu moderieren und beisammen zu halten.
Seine Seelsorge-Ausstrahlung führte dazu, dass er von der Kirchengemeinde Neinstedt als ihr Pfarrer gewollt wurde. Und so übernahm er das Pfarramt bis zu seinem Ruhestand.
Kurt Neufert blieb bis über seinen 90.Geburtstag ein aktiver Mitdenker in den Entwicklungsphasen der Evangelischen Stiftung Neinstedt. Er blieb Seelsorger und Gesprächspartner für glaubende und nichtglaubende Menschen. Er lebte Kirche Jesus Christi mit allen Sinnen. Sein unerschütterlicher Glaube steckte andere Menschen an, mit Gott etwas anfangen zu können. Dafür sind sehr viele Menschen sehr dankbar.
Wir danken Gott, dass wir mit ihm Leben teilen konnten und verneigen uns mit Hochachtung vor einem lieben Bruder.
Der Trauergottesdienst findet am 31.Januar 2026 um 14.30 Uhr in der Lindenhofkirche Neinstedt statt.
Diakon Hans Jaekel
Neinstedt im Januar 2026
