Zwischen Zweifel und Vertrauen

10. Apr 2026

Wussten Sie, dass auch die Zweifler einen Schutzheiligen haben? Am Sonntag, dem 12. April 2026, wird in den Gottesdiensten seine Geschichte erzählt.

Es geht um den Apostel Thomas. Er war nicht dabei, als der auferstandene Jesus den anderen Aposteln erschienen war. Deshalb zweifelte er ihre Aussagen an: „Erst will ich selbst die Wunden von den Nägeln an seinen Händen sehen.“ Thomas ist mir sympathisch. Er glaubt nicht einfach, was andere erzählen. Ein bisschen mehr von seiner Haltung würde ich mir in Zeiten von Social Media und Künstlicher Intelligenz wünschen. Andererseits gilt auch: Wer an allem zweifelt, lebt nicht gut. Keine Geschäftsbeziehung, keine Freundschaft und auch keine Pläne für die Zukunft sind möglich ohne ein Mindestmaß an Vertrauen in Mitmenschen und in die Welt. Und das größte und wertvollste Vertrauen, das ein Mensch haben kann, ist das Vertrauen, auch über den Tod hinaus geborgen zu sein.

Thomas konnte nicht an die Auferstehung glauben. Aber er ist bei der Gemeinschaft der Apostel geblieben. Ich stelle mir vor, er hat sich mit ihnen über Jesus unterhalten. Er hat mit seinen Freunden diskutiert bei gemeinsamen Treffen, Mahlzeiten und Spaziergängen. Und nach acht Tagen ist Jesus auch ihm erschienen. Jesus sagte zu ihm: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Selig sind die, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!“

Warum sagt Jesus das? Kann es etwas Besseres geben als den Beweis? Ich glaube, dass schon der Weg hinter Jesus her wertvoll ist. Zu diesem Weg gehören der Mut zum Aufbruch, die Weggemeinschaft mit anderen Glaubenden, das eigene Denken und die selbst verantwortete Entscheidung. Das kann zu Erfahrungen der Nähe Gottes führen. Aber auch Zweifel gehören dazu. Auf dem Weg des Glaubens wartet das pralle Leben.

Deshalb sagt Jesus zu uns: „Selig sind die, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!“

Steffen Weusten

Steffen Weusten 2026

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