05. Jun 2026
Das Pfingstfest hat viele schöne Dinge ermöglicht: bunte Familienfeiern, Konfirmationen an vielen Orten, eine Woche Urlaub. Doch vor allem die Botschaft von Pfingsten sollte noch länger diese wenigen Tage Bestand haben: Verständigung.
Verständigung ist nicht selbstverständlich. Wie oft passiert es, dass Menschen aneinander vorbei reden, sich eben nicht verstehen. Oder dass einer denkt, er wüsste längst, was die andere sagen will, bevor das erste Wort überhaupt gesprochen wurde … und liegt doch oft falsch.
Wenn das uns in unseren Familien, Freundeskreisen oder unter Arbeitskollegen schon so geht, kein Wunder, wenn dies überall geschieht:
Boomer verstehen die Generation Z nicht. Reiche Menschen verstehen nicht, was Bürgergeldempfänger erleben, die Wessis und die Ossis und so weiter.
Und auch auf der großen Weltbühne wimmelt es nur so von bewussten oder unbewussten Missverständnissen, gegenseitigen Verdächtigungen und letztlich Konflikten.
Die Bibel berichtet vom ersten Pfingstereignis damals in Jerusalem im 1. Jahrhundert. Menschen aus vielen Ländern, mit unterschiedlichen Sprachen und kulturellen Hintergründen trafen damals dort zusammen. Das war eine ideale Gemengelage, um sich misszuverstehen, um aneinander vorbei zu reden oder sich gegenseitig unlautere Dinge zu unterstellen.
Doch das Gegenteil geschieht. Gottes Geist ändert die gesamte Situation. Die Menschen hören die Botschaft von Gottes Liebe und verstehen: das, was sie vorher getrennt hat, wird nun durch Gottes Geist verbunden. Menschen müssen nicht einmal dieselbe Sprache sprechen, nicht dieselben Gewohnheiten haben und nicht derselben Herkunft sein. Auch in ihrer Verschiedenheit können sie zu einer Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte werden. Und so entsteht das Christentum damals vor 2000 Jahre als eine Bewegung, die kulturelle, ethnische und nationale Grenzen übersteigt und (oft auch schmerzlich) lernt, sich zu verständigen. Paulus schreibt:
„Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt eins in Jesus Christus.“ (Galater 3,28)
Wo wünschen Sie, dass Gottes Geist heute Verständigung bringt? Bitten Sie darum und bleiben Sie erwartungsvoll!
Frank Freudenberg
