Irgendwie geht’s doch immer ums Essen

17. Jul 2026

Fast alle tun es täglich: nach dem Aufstehen, in der Mittagspause, abends zu Hause und manche auch zwischendurch: essen. Essen stillt den Hunger. Es gehört aber auch zu unserem Leben und zu unserer Kultur.

Und wie essen Sie?


Manche essen hastig. Der Alltag ist oft voll, und manchmal reicht die Zeit nur für ein schnelles Fertiggericht. Andere essen allein. Manche, weil der Ehepartner verstorben ist, andere, weil Beruf und Alltag eine gemeinsame Mahlzeit kaum zulassen. Wieder andere essen mehr, als ihnen guttut. Sorgen, Enttäuschungen oder Einsamkeit lassen sich für einen Moment leichter ertragen, wenn Schokolade, Wein oder ein Stück Kuchen Trost versprechen. Manche essen bewusst sehr wenig. Vor allem junge Menschen glauben manchmal, einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen zu müssen. Andere entdecken im Urlaub fremde Länder und Kulturen über ihre Küche.


Viele Menschen essen am liebsten gemeinsam mit Familie oder Freunden. Dann geht es längst nicht nur um das, was auf dem Teller liegt. Man teilt Geschichten, Freude und Sorgen. Man spürt, dass man zusammengehört.


Auch Jesus hat gerne mit anderen gegessen. Und vor jeder Mahlzeit hat er Gott gedankt. Viele Christinnen und Christen tun das bis heute. Ein kurzes Dankgebet verändert nicht das Essen – aber oft den Blick darauf.


Wer es eilig hat, erinnert sich daran, dass das Leben mehr ist als Leistung. Wer allein am Tisch sitzt, kann sich als Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Christinnen und Christen verstehen. Wer mit seinem Körper hadert, kann sich daran erinnern, dass jeder Mensch von Gott gewollt und angenommen ist. Wer die Speisen eines anderen Landes genießt, entdeckt darin etwas von der Vielfalt der Schöpfung. Und wer mit anderen am Tisch sitzt, wird dankbar für Menschen, die das Leben teilen.


Vielleicht führt ein solches Gebet sogar zu einem einfachen Entschluss: Beim nächsten Mal einen Menschen einzuladen, der sonst allein essen würde.


Irgendwie geht’s doch immer ums Essen. Ein kurzer Dank vor der Mahlzeit verbindet uns mit Gott – und öffnet den Blick für die Menschen an unserem Tisch und für diejenigen, denen ein Platz an diesem Tisch guttun würde.

Steffen Weusten


Steffen Weusten 2026

Kontakt

Steffen Weusten
Kirchstraße 2
38838 Huy OT Dingelstedt