Ein göttliches Versprechen

15. Mai 2026

In diesen Wochen werden vielerorts Konfirmationen in den Kirchen gefeiert. Viele machen sich auf den Weg, um die Jugendlichen an diesem besonderen Tag zu begleiten.

Noch haben sie ein paar Schuljahre vor sich, aber man ahnt: Nicht mehr lange, dann ziehen sie hinaus in die Welt, lassen manches zurück, erproben neue Rollen und werden auf eigenen Füßen stehen. Es ist ein besonderer Moment, wenn im Trubel dieses Festtages den Konfirmandinnen und Konfirmanden der Segen Gottes zugesprochen wird.
Das geschieht nicht nur, wenn wir Konfirmationen feiern, sondern auch bei Taufen und Trauungen, an Gräbern. Immer öfter wird Segen auch an anderen Übergängen weitergegeben: Beim Schulanfang, am Beginn einer Reise, am Anfang eines neuen Jahres. Und immer wieder sonntags, wenn der Gottesdienst bald zu Ende ist und der Alltag wartet.


Am Donnerstag haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert. Das war damals mehr als ein Übergang. Es war für Jesus und seine engsten Freunde eine Zäsur. Vierzig Tage war der auferstandene Jesus nochmal unterwegs; erschien seinen Freunden und anderen Menschen mal hier, mal dort. Dann hieß es, endgültig Abschied zu nehmen. Auf wundersame Weise wurde Jesus in den Himmel emporgehoben. Seine Freunde bleiben auf der Erde zurück und müssen von da an auf eigenen Füßen stehen. Doch Jesus überlässt sie nicht sich selbst: Quasi als letzte Amtshandlung segnet er seine Jünger.


In diesem wie auch überhaupt im Segen steckt ein Versprechen. Wer gesegnet wird, dem wird zugesprochen: „Du bist nicht allein. Gott ist an deiner Seite; er versorgt dich mit dem, was du brauchst. Er begleitet dich auf deinem Lebensweg. Alle Tage. Bis ans Ende der Welt.“


Für die Jünger Jesu ging es dann bald so richtig los. Sie zogen hinaus in die Welt, erzählten von Gott und gaben der Liebe Gottes ein Gesicht – mit ihren Taten ebenso wie durch ihre Worte. Im Ohr hatten sie dabei Jesu Zusage: Ich bin bei euch. Und mit dieser Zusage im Ohr machen sich Gesegnete bis heute auf den Weg in neue Lebensabschnitte oder in ihren Alltag.

Saskia Lieske