16. Jan 2026
„Von Seiner Fülle haben wir alle genommen, Gnade um Gnade“ – unter diesem Motto steht die Woche ab dem 18. Januar 2026.
Wenn ich an das Wort „Fülle“ denke, dann kommen mir lauter schöne Dinge in den Sinn: Ein erfülltes Leben, Frieden und Zufriedenheit, Liebe, Glück ohne Ende. Darum liebe ich diesen Bibelspruch, weil er einen Kontrapunkt setzt gegenüber dem, was mir als Mangel im Alltag oft begegnet, im persönlichen Bereich sowie auch in der Welt, wo sich die Lage Tag für Tag zuspitzt.
Vieles ist zurzeit schwer zu ertragen. Doch die Augen davor zu verschließen – das kann ich mit meinem Gewissen, mit meinem Glauben nicht vereinbaren. Woher aber die Kraft nehmen, standzuhalten, weiterzumachen, dem Mangel etwas entgegenzusetzen?
Da kommt die Fülle ins Spiel, Gottes Fülle, aus der wir schöpfen können, und zwar „Gnade um Gnade“. Wie an einem Strand, wo eine Welle der nächsten Platz macht - genauso ist Gottes Gnade. Sie kommt immer wieder, wie aus einer unversiegbaren Quelle.
Wir dürfen von dieser Gnade so viel nehmen, wie wir nur tragen können und sie weitergeben. Gerade in kritischen Zeiten sind wir aufgerufen, den Überfluss spürbar zu machen: Den Überfluss an Hoffnung, Liebe und Freude, die irgendwann in Form von Frieden für die ganze Welt münden.
Ob das realistisch ist? Ob das ausreicht, die Welt in Ordnung zu bringen? Ich weiß es nicht. Und doch ist es das Beste, was gegen die Ohnmacht, die Angst und Unsicherheit helfen kann: einander vergeben, füreinander beten, Hoffnung zusprechen, Freude teilen, wenn wir trotz aller Krisen das Gute im Leben entdecken. Im Alltag und schon im Kleinen ein Miteinander schaffen, das keine Grenzen zieht, sondern Brücken baut.
Gnade ist wie Licht: Sie wird nicht weniger, wenn man sie teilt. Sie wird heller. Lassen Sie uns in diesen Tagen genau das sein: Menschen, die aus der Fülle der Gnade Gottes schöpfen und damit die Welt ein kleines Stück heller machen.
Roseli Arendt
